Mit starken Einzelleistungen, einem neuen Vereinsrekord und einer Portion Pech in den Staffelwettbewerben präsentierte sich das Leichtathletik Team DSHS Köln bei den Deutschen Meisterschaften der Aktiven in Bochum-Wattenscheid. Vor der beeindruckenden Kulisse von mehr als 10.000 Zuschauerinnen und Zuschauern zeigte das LT einmal mehr, dass es auch auf nationaler Bühne konkurrenzfähig ist.
Neuer Vereinsrekord über 4×100 Meter
Nach dem enttäuschenden Aus im 100-Meter-Vorlauf für Emilio Gonzalez (10,74 Sekunden) und der kurzfristigen verletzungsbedingten Absage von Elias Fries lag der Fokus der Kurzsprinter am Sonntag ganz auf den beiden 4×100-Meter-Staffeln.
Die erste Staffel musste kurzfristig umgebaut werden: Felix Thurn rückte für Elias Fries ins Team, ein gemeinsames Wechseltraining war vor dem Rennen nicht mehr möglich. Dennoch ließen sich Felix Frühn, Felix Thurn, Jonathan Reich und Emilio Gonzalez davon nicht aus der Ruhe bringen. Mit starken Wechseln und einem couragierten Rennen sprinteten sie in 40,13 Sekunden zu einem neuen Vereinsrekord und löschten damit die 14 Jahre alte Bestmarke aus den Geschichtsbüchern des LT DSHS Köln.
Dass diese starke Leistung am Ende “nur” Platz neun bedeutete, spricht vor allem für die enorme Leistungsdichte in diesem Jahr. „Mit Elias wären wir um die Medaillen mitgerannt“, ordnete das Trainergespann Lukas Willmann und Jörg Kölsch das Ergebnis ein.
Auch die zweite Staffel mit Moritz Külschbach, Björn Pröve, Maurice Andrew und Lucius Göpfert zeigte eine überzeugende Vorstellung. Mit 41,71 Sekunden blieb das Quartett im Rahmen seiner Möglichkeiten und rundete den gelungenen Staffelauftritt ab.
Tino Bowender bestätigt seine starke Entwicklung
Über 400 Meter Hürden setzte Tino Bowender seine positive Entwicklung eindrucksvoll fort. Nachdem er seine persönliche Bestleistung bereits vor wenigen Wochen verbessert hatte, legte der Schützling von Trainer Basti Fiene in Bochum noch einmal nach. In 52,44 Sekunden war er erneut zwei Zehntelsekunden schneller und verbesserte sich in einem hochklassigen Feld von Rang 21 der Meldeliste auf einen starken 13. Platz.
Besonders bemerkenswert: Bowender musste auf der für Langhürdler wenig beliebten Bahn zwei antreten – für den knapp zwei Meter großen Athleten alles andere als ideale Voraussetzungen. Davon ließ er sich jedoch nicht beeindrucken. Mit einem konstanten Rhythmus und einem starken Schlussteil zeigte er einmal mehr sein großes Stehvermögen und unterstrich sein Potenzial für die kommenden Jahre.
Wichtiges DM-Debüt für Nils Utecht
Sein Debüt bei Deutschen Meisterschaften der Aktiven feierte Nils Utecht über 400 Meter. Mit 49,04 Sekunden blieb er zwar unter seinen eigenen Erwartungen, sammelte auf diesem Niveau aber wertvolle Erfahrungen, die für seine weitere Entwicklung von großer Bedeutung sein werden.
Freude und Enttäuschung liegen eng beieinander
Wie nah Erfolg und Enttäuschung im Leistungssport beieinanderliegen können, zeigte die 4×400-Meter-Staffel der Frauen. Antonia Fabisch, Karin Rückert, Elena Decker und Greta Heine präsentierten sich läuferisch in starker Verfassung und waren auf dem besten Weg zu einer Platzierung unter den Top Acht Deutschlands.
Beim zweiten Wechsel kam es jedoch zu einer kleinen Unstimmigkeit, sodass der Staffelstab außerhalb des Wechselraums übergeben wurde. Die daraus resultierende Disqualifikation war besonders bitter, denn die gezeigte Leistung hätte eine Spitzenplatzierung verdient gehabt.
Trotz dieses Rückschlags überwiegt das Positive: Mit einem neuen Vereinsrekord, persönlichen Bestleistungen und vielen starken Auftritten hat das LT DSHS Köln bei den Deutschen Meisterschaften eindrucksvoll gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt – und macht Lust auf die kommenden Aufgaben.
