Bronze für 4x200m-Staffel – Elias Fries mit gutem Vorlaufergebnis
Die Highlights der am vergangenen Wochenende in der ausverkauften Helmut-Körnig- Halle in Dortmund ausgetragenen Deutschen Hallenmeisterschaften gehörten einmal mehr den Sprinterinnen und Sprintern. Über die 60m-Distanz im Männerbereich sahen wir am Samstag mit fünf Athleten, die unter der magischen 6,60sek-Grenze blieben, das bisher qualitativ beste Finale in der 74-jährigen Geschichte dieser Meisterschaft. Nebenbei bemerkt: als erster Deutscher Meister trug sich 1954 der den heutigen Teilnehmern sicher nicht mehr bekannte Sprinter und spätere „Sportler des Jahres“ Heinz Fütterer in die Annalen ein. In Dortmund war in dieser prestigeträchtigen Disziplin unser junges Nachwuchstalent Elias Fries am Start. Das Ziel, noch einmal gut zu performen und Erfahrungen im Feld der besten deutschen Kurzsprinter zu sammeln, erreichte Elias mit seinem guten Vorlaufergebnis von 6,89sek. Damit verfehlte er das Halbfinale um nur 4/100sek. Mit einem besseren Start hätte er vielleicht sogar das Halbfinale erreichen können. Für die erste Teilnahme bei den Aktiven bleiben für Elias Platz 25 „Lust auf mehr“ im Gedächtnis.
Die 4x200m-Staffel ging am Sonntag mit viel „Lust auf mehr“ in die Finals der 4x200m-Staffeln. Ein Platz auf dem Podium war das erklärte, wenn auch schwer zu erreichende Ziel des Trainer- und Athletenteams.
Hier noch einmal das Staffelteam im Detail:
Mit Startläufer Felix Frühn (Jahrgang 2002) schickt das LT seinen international erfahrensten Kurzsprinter an den Start. Sein letzter internationaler Einsatz bei den Studentenweltmeisterschaften liegt nicht einmal ein Jahr zurück.
Elias Fries (Jahrgang 2005) an Position zwei nimmt als Deutscher Jugend-Vizemeister mit der 4x100m-Staffel aus dem Jahr 2024 ebenfalls eine Portion Staffelerfahrung mit ins Rennen. Als dritter Läufer übernimmt Ole Harmuth (Jahrgang 2006), Finalist der Deutschen Jugendmeisterschaften 2025 über 200m, das Staffelholz. Die verantwortungsvolle Aufgabe des Schlussläufers wurde Björn Pröve Jahrgang 1993) übertragen. Der Spezialist für Kurvenläufe in der Staffel ist maßgeblich am Gewinn regionaler Titel beteiligt und mit dem Erreichen vorderer Platzierungen bei diversen Deutschen Meisterschaften der erfahrenste Staffelteilnehmer, der bereits 2019 DM-Bronze mit der 4x200m erreichte. Björns körperliches Durchsetzungsvermögen wird gerade von den über zehn Jahre jüngeren der Trainingsgruppe nicht um sonst so kommentiert: „Björn ist eine Maschine vor dem Herrn, ein einziger Muskel“.
Mit dem Startschuss des zweiten Finallaufes ging die Medaillenjagd am 01.März um 15:59 Uhr los. Im ersten Zeitendlauf hatte der SCC Berlin bereits gute 1:27,16 min vorgelegt. Für eine Chance aufs Podium musste diese Zeit auf jeden Fall unterboten werden. Eine Bahn vor uns saß die Leverkusener Staffel, die läuferisch deutlich stärker als das LT einzuschätzen ist. Nach zwei guten und einem aufgelaufenen Wechsel kommt das LT zwar deutlich hinter Leverkusen ins Ziel, platziert sich mit 1:27,11min aber vor der Berliner Staffel. Jetzt heißt es warten auf den dritten Lauf. Hier sind die beiden Favoriten aus München am Start. Platz vier scheint auf jeden Fall sicher. Um 16:06 Uhr steigt die Spannung, als der letzte Lauf gestartet wird. München I setzt sich direkt an die Spitze, aber mit deutlichem Abstand zu München II. In dieser Reihenfolge erreichen die beiden Mannschaften das Ziel, ein Blick auf die Uhr zeigt, dass die erste Staffel der Münchener langsamer als die Leverkusener Staffel aus unserem Rennen war. Deutscher Meister ist Leverkusen. Gespannt warten die LT-Verantwortlichen und die LT-Fangemeinschaft auf die Zeit der zweiten Münchener Staffel. 1:27,16 min werden angezeigt. Plötzlich realisieren alle, dass das LT-Quartett mit 5/100sek Vorsprung auf Rang vier und fünf denkbar knapp Bronze gewonnen haben.
Als eingespieltes Team zeigte unsere Staffel einmal mehr konstant starke Leistungen und bestätigt ihre Medaillenform trotz des Ausfalls von Emilio Gonzalez. 2026 ist die LT-Staffel als Viertbeste angereist und fuhr mit Bronzemedaillen im Gepäck nach Hause.
Trainer Kölsch kommentiert das Ergebnis mit einem Zitat aus der TV-Kultserie „Das A-Team“: „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert!“
Text: Jörg Kölsch
Foto: Niklas Pohl
